Woher hat der Müller seinen Namen?

WelcherName hat nachgeforscht - Entwicklung der Familiennamen in Europa

Von der Definition her dient ein Familienname als Ergänzung zum Vornamen der besseren Unterscheidbarkeit von Personen. Die Kombination aus Vornamen und Nachnamen macht einen Namen in seiner Gesamtheit individueller und einzigartiger. Soziologisch-historisch wird mit dem Familiennamen die Zugehörigkeit einer Person zu einer familiären Gemeinschaft ausgedrückt. Der Geburtsname drückt die Zugehörigkeit zur Elternfamilie aus.

Doch woher kommen sie, die Müllers, Meiers oder Altenburgs?

Erstmals für die Nachwelt festgehalten wurde im 9. Jahrhundert in Venedig ein Familienname an die Nachkommen vererbt. Dieser Brauch breitete sich zunächst im Norden Italiens aus und schwappte im 11. Jahrhundert nach Katalonien und Nordfrankreich. Familiennamen tauchten im 12. Jahrhundert in England und im Gebiet der heutigen Schweiz auf. Von dort an war ein Familienname auch in süddeutschen und westdeutschen Städten und Regionen üblich. Es gab keine festen Regeln, die das Führen eines Familiennamens vorgeschrieben haben. Der Name konnte durchaus wechseln, orientierte sich beispielsweise am Name des Werkzeuges ("Armbruster") eines Handwerkers oder am ausgeübten Beruf ("Weber" oder "Schmidt"). Abgeleitet wurden Nachnamen auch vom Vornamen des Vaters oder der Mutter (Beispiel: Peter Jans-sen = "Peter, Sohn des Jan" oder analog für "Hansen"), von Eigenschaften einer Person, vom Herkunftsort oder dem Kulturkreis.

Anders sah es beim Adel aus

Seit der Erblichkeit der Lehen im Jahr 1037 waren feste Familiennamen notwendig. Denn es galt, Erbansprüche geltend zu machen. Der Adel hatte Besitz - und daran wurde der Name geknüpft. Dieser Notwendigkeit folgten recht bald die Patrizier und Stadtbürger. Der bäuerlich strukturierte ländliche Raum in Deutschland kam in Teilen bis in das 18. Jahrhundert hinein ohne feste Familiennamen aus.

Bild: lamax - Fotolia

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