Die anonyme Bewerbung sorgt für mehr Gerechtigkeit

Die öffentliche Verwaltung sollte durchgängig mit gutem Beispiel voran gehen

"Die anonyme Bewerbung", so Andreas Bippes von der großen Datenbank für Vornamen, WelcherName, sorgt oft für mehr Gerechtigkeit. Die Bundesregierung sollte für die anonyme Bewerbung werben. Öffentliche Verwaltungen sollten die anonyme Bewerbung flächendeckend einführen, fordert Andreas Bippes von WelcherName. Bewirbt sich eine übergewichtige Frau Anfang 30, ein junger Mann mit türkischem Nachnamen oder dem Vornamen Kevin um eine Stelle, dann stehen die Karten per se schlecht.

Der Name eines Bewerbers darf kein Handicap sein

Ein Pilotprojekt der Bundesregierung, bei dem eineinhalb Jahre lang fünf Unternehmen und drei öffentliche Arbeitgeber anonyme Bewerbungen getestet haben, kam zu eindeutigen Ergebnissen. Die anonyme Bewerbung schafft mehr Chancengleichheit. Der Focus wird auf die Qualifikation gelenkt und nicht auf den Namen oder das Aussehen des Bewerbers. Bei dem Großversuch mit rund 8.500 Bewerbungen haben die Arbeitgeber zunächst auf Angaben wie Name, Foto, Alter und Geschlecht verzichtet. Für die Vorentscheidung zählten nur die Abschlüsse und die Berufserfahrung. Alle anderen Informationen haben die Chefs erst unmittelbar vor dem entscheidenden Bewerbungsgespräch bekommen.

Die anonyme Bewerbung ist eine Chance

Frauen und Bewerber mit Migrationshintergrund haben mit der anonymisierten Bewerbung dieselben Chancen, einen Arbeitsplatz zu bekommen wie alle anderen Bewerber. Die Autoren der Studie vom Bonner Institut zur Zukunft der Arbeit (IZA) und der Viadrina-Universität Frankfurt/Oder kommen zu dem Ergebnis, dass insbesondere diejenigen, die unter Pauschalurteilen leiden, von dem Bewerbungsverfahren profitieren. Vier Arbeitgeber des Pilotprojekts wollen an der anonymisierten Bewerbung festhalten.

Bild: StockPhotoPro - Fotolia

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