Sind die Wetterpaten schuld am verregneten Sommer?

Wo ein "Tief" 199 Euro kostet! Seit über 50 Jahren erhalten Hoch- und Tiefdruckgebiete Vornamen

Die damalige Studentin und spätere ZDF-Meteorologin Karla Wege regte im Jahr 1954 an, den Hoch- und Tiefdruckgebieten in Mitteleuropa Vornamen zu verpassen. Zunächst wurden in alphabetischer Reihenfolge Tiefdruckgebiete mit weiblichen, Hochdruckgebiete mit männlichen Vornamen bedacht. Um die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau herzustellen, wurde 1998 ein jährlich wechselnder Turnus eingeführt. Den Hochs und Tiefs werden seither abwechselnd weibliche und männliche Vornamen gegeben. Seit 2002 gilt die heutige Form der Patenschaft. Anlass waren Probleme bei der Finanzierung der Wetter- und Klimabeobachtungen durch die Freie Universität Berlin. Die Namen werden in der Berliner Wetterkarte vermerkt und allen Wetterdiensten und Medien zur Verfügung gestellt.

Weltweit vergibt nur die Freie Universität Berlin Vornamen für Hochdruck- und Tiefdruckgebiete

Für die im Schnitt etwa 150 Tiefs pro Jahr gibt es noch attraktive Buchstaben, Starttermin für die Vergabe von Patenschaften für 2013 ist der 26. September 2012, 00:00 Uhr.
Die Wetter-Patenschaft ist aber nicht ganz billig, und ein Hoch ist nochmal teurer als ein Tief. Die Taufe eines Tiefs kostet 199 Euro, für ein Hoch werden 299 Euro in Rechnung gestellt.

Paten können das Wetter nicht beeinflussen

Augenzwinkernd macht das Institut aber deutlich, dass die Paten das tatsächliche Wetter zwar nicht direkt beeinflussen können. Aber die Wetterkarte in den Medien kann die Handschrift des Wetterpaten tragen. Jeder Pate erhält übrigens eine individuelle Patenschaftsurkunde.

Bild: otsphoto - Fotolia

    Teilen