Die Forderungen nach Abschaffung von Adelstiteln werden lauter

Politiker von SPD und Linke wollen das Führen von Adelstiteln im Namen untersagen

Anders als viele meinen, ist der erworbene Doktorgrad in Deutschland kein Namensbestandteil. Ein Adelstitel, den eine Person ohne eigenes Zutun erworben hat, hingegen schon. Politiker von SPD und Linke wollen das ändern. Anders als in Österreich sind Adelstitel in Deutschland Namensbestandteil.

Mit Adelstitel soll Schluss sein, fordert die Bundestagsabgeordnete und ehemalige bayerische Landesvorsitzende der Linkspartei, Eva Bulling-Schröter. Adelige, so die Bundestagsabgeordnete, hätten anders als Akademiker nichts für ihren Titel geleistet. Nicole Gohlke, Bundestagsabgeordnete und hochschulpolitische Sprecherin der Bundestagsfraktion Die Linke, will das Führen von Adelstiteln im Namen gar untersagen. Teile der SPD stehen diesen Forderungen offen gegenüber, so der Bundestagsabgeordnete Klaus Barthel.

Parlamentarische Mehrheiten sind derzeit nicht in Sicht

Parlamentarische Mehrheiten gibt es für diese Forderung derzeit nicht. Union und FDP sind wie die überwiegende Mehrheit der Sozialdemokraten gegen eine Abschaffung von Adelstiteln. Auch große Teile der Grünen dürften sich der Forderung wohl nicht anschließen. Der Rücktritt von Freiherr Karl-Theodor zu Guttenberg von seinen politischen Ämtern hat die Diskussion nachhaltig beflügelt. "Als gäbe es in Deutschland nicht wichtigere Probleme zu lösen", so Andreas Bippes M.A. von WelcherName, der großen Datenbank für Vornamen.

Bild: Svyatoslav Lypynskyy - Fotolia

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