Seit 40 Jahren Platzhalter: Erika Mustermann

Anfang 50 – Frau Mustermann von der Bundesdruckerei

Fast jeder kennt Frau Mustermann, die zeitlos und attraktiv von fiktiven Reisepässen und Personalausweisen auf Postern und in Broschüren lächelt. Nicht wenige stellen sich die Frage: Wer verbirgt sich hinter dem Foto? Ist Frau Mustermann, geborene Gabler mit dem Vornamen Erika, geboren am 12. August 1964 in Berlin eine Fotomontage oder eine reale Person? 

Mustermann – ein häufig verwendeter Familienname für fiktive Personen. Neben Erika Mustermann kommt Max Mustermann besonders häufig zum Einsatz. Seit 1978 kommen die Mustermänner zum Einsatz – auf Postern, Broschüren, Ausfüllhilfen, Formularen und Hinweisen. 


Mustermann – ein häufig verwendeter Familienname für fiktive Personen

Sie stellen fiktive Personen dar, Durchschnittsbürger sozusagen. Konkurrenz bekommt die „Familie“ Mustermann von Namen wie Markus Möglich, Susanne Muster oder Otto Normalverbraucher. Eine „Maria Musterfrau“ findet sich auf dem österreichischen EU-Führerscheinmuster. 

Erika Mustermann gibt es offiziell und als feste „Einrichtung“ seit 1983. Damals wurde im Bundesgesetzblatt eine Verordnung zur Bestimmung der Muster des Personalausweises veröffentlicht – mit dem Personalausweis von Frau Erika Mustermann. Seither findet sich Erika Mustermann auf einer Vielzahl von Ausweisen. Auf Hausausweisen und Dienstausweisen der Bundesministerien und des Bundeskriminalamts, auf Flüchtlingsausweisen, Führerscheinen. 


Seit 1983 findet sich Erika Mustermann auf einer Vielzahl von Ausweisen

Eine besonders große Bekanntheit in ganz Deutschland erlangte Erika Mustermann mit der Einführung des elektronischen Personalausweises im Jahr 2010 – im Fernsehen, im Internet und auf sämtlichen Informationsmaterialien kam Werbeikone Erika Mustermann voll zur Geltung.

Den Weg in die Politik schaffte indes Max Mustermann bei der Wahl  des hessischen Ministerpräsidenten im Jahr 2014. Irrtümlichweisweise teilte die Landtagsverwaltung an mehrere Abgeordnete Stimmzettel aus, auf denen statt Volker Bouffier (CDU) „Max Mustermann“ stand. Der Wahlgang musste wiederholt werden, da Max Mustermann tatsächlich eine Stimme erhielt. Im zweiten Wahlgang schaffte es Volker Bouffier dann endlich wieder Ministerpräsident des Bundeslandes Hessen zu werden.


Bild: © Andre Bonn - Fotolia

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