Tadschikistan will ausländische Vornamen für Babys verbieten

Abschottung zum Sprach- und Namensschutz: Gegentrend zur Globalisierung im kleinsten Land Zentralasiens

Im kleinsten Land Zentralasiens Tadschikistan macht man sich große Sorgen um traditionelle landestypische Vornamen. Um Babynamen der Ex-Sowjetrepublik zu schützen, hat der autoritäre Staatschef Emomali Rachmon zu einer drastischen Maßnahme gegriffen. Per Gesetz sollen ausländische Vornamen weitgehend verboten werden. Eltern steht ein staatliches Namensregister mit insgesamt rund 5.000 Vornamen zur Verfügung. Darin finden sich vorwiegend alte, aber auch moderne tadschikische Namen. Acht Millionen Menschen leben in Tadschikistan, das sich vor allem nach Russland, aber auch nach China, Iran und Afghanistan orientiert, mit dem es einen langen Grenzverlauf hat. 


Per Gesetz sollen ausländische Vornamen weitgehend verboten werden

Man geht davon aus, dass das nationale Parlament Tadschikistans entsprechende Gesetzesänderungen in diesem Jahr auf den Weg bringen wird. Hinter der Initiative steckt der Staatschef Tadschikistans. Schon seit vielen Jahren ist er besorgt um die kulturelle Eigenständigkeit der Tadschiken. Er stört sich an „importierten“ russischen Vornamen wie Topor („Axt“) oder Wolk („Wolf“). Gleiches gilt für typische arabische Vornamen, die in dem armen Gebirgsland immer häufiger Anwendung fanden. Eltern in Tadschikistan benannten ihren Nachwuchs gerne nach Gegenständen oder Bauprojekten. Auch dies soll künftig nicht mehr möglich sein. Beliebter Namensgeber war in letzter Zeit das große Wasserkraftwerk „Rogun“. In Anlehnung an dieses Projekt gibt es in Tadschikistan tatsächlich moderne Vornamen wie Schachrogun oder Rogunscho.


Bild: © njr_2011 - Fotolia.com

    Teilen