Was haben Bud Spencer, Leonardo da Vinci und Hella von Sinnen gemeinsam?

Es gibt verschiedene Gründe für einen Künstlernamen

Was haben Bud Spencer, Lonardo da Vinci, Elton John oder Hella von Sinnen gemeinsam? All diese Künstler haben sich einen Künstlernamen zugelegt. Sie heißen eigentlich ganz anders.

Die Namensfindung ist oft Legende. Bud Spencer beispielsweise heißt eigentlich Carlo Pedersoli. Mit dem Künstlernamen Bud Spender startete der bekannte Sportler eine zweite Karriere als Schauspieler. Sein Filmpartner: Mario Girotti, alias "Terence Hill". Jetzt hat Bud Spencer verraten, wie er auf seinen Kunstnamen gekommen ist. Den Vornamen "Bud" entlieh er der Biermarke "Budweiser", den Nachnamen übernahm er von Schauspieler Spencer Tracy, den er sehr verehrte.

Wie unterschiedlich und ungewöhnlich Künstlernamen sein können, soll ein kleiner Überblick zeigen:  

Leonardo di ser Piero ("Leonardo da Vinci")
Hier verweist der Namenszusatz "da Vinci" auf den Geburtsort des Multitalents. Für diese Vorgehendweise finden sich etliche Beispiele.

Hella Kemper ("Hella von Sinnen") und Hans-Jürgen Hubert Dohrenkamp ("Jürgen von der Lippe")
Hier verrät schon das Pseudonym auf die satirische oder ironische Absicht seines Trägers hin.

Elton John heißt bürgerlich übrigens Sir Reginald Kenneth Dwight. Für diesen Namen wäre wahrscheinlich jedes Konzertplakat zu klein.

"Schon die wenigen Beispiele machen deutlich, dass es nicht nur unterschiedliche, ungewöhnliche Künstlernamen gibt, sondern dass die Beweggründe, sich ein Pseudonym zuzulegen, von Künstler zu Künstler verschieden sind", so Andreas Bippes M.A. von WelcherName, der großen Datenbank für Kindernamen.

Ein möglicher Grund kann die Furcht vor Verfolgung sein. Das Pseudonym Erich Kästner ist so entstanden. Künstler wie Atze Schröder legen sich einen Künstlernamen zu, um die Privatsphäre zu wahren. Ein Künstler mit einem unaussprechlichen oder einem besonders langen Namen legt sich auch aus Gründen der Vermarktung einen eingängigeren Namen zu. Klaus Kinski hat das getan. Bürgerlich hieß er Klaus Nakszynski. Aus Udo Jürgen Bockelmann wurde Udo Jürgens. Aus Herbert Bloeth wurde übrigens erst Herbert Hilger und dann der Sängerbarde Tony Marshall ("Ortenauer Wein").
Im 19. Jahrhundert und frühen 20. Jahrhundert schrieben Frauen oft unter männlichen Namen, um ihre Manuskripte bei den Verlagen "an den Mann" zu bringen. Bei Sängern wird immer wieder ein Spitzname zum Künstlernamen. So bei Sting, Cher oder Smudo von den Gruppe "Die Fantastischen Vier".

Künstlernamen sind namensrechtlich geschützt. Nach geltendem Urheberrecht kann ein Künstler sein Pseudonym festlegen. Der Künstlername kann in vielen europäischen Ländern zudem in den Reisepass oder den Personalausweis eingetragen werden. Dies ist auch in Deutschland möglich.

Bild: Stocksnapper - Fotolia

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