Ein Name für ein Haus

Woher die Tradition kommt und warum auch heute noch Häuser einen Namen bekommen

Ein Haus ist nicht nur ein Haus. Es ist oft mehr als eine Sache. Es ist Heimat, geliebter Ort, Ruhepol, Familie. Ein Haus ist irgendwie ein Wesen, mit Leben gefüllt. Nicht umsonst spricht man vom guten Geist eines Hauses.

In vielen Regionen war es früher üblich, Häusern einen Namen zu geben. Viele tragen diesen immer noch. Denken wir an alte Bauernhöfe, an Wirtshäuser, an besonders große und prominente Häuser, an Villen in noblen Vororten. Auch in Badeorten ist es üblich, Häusern Namen zu geben. Irgendwann kamen dann die Hausnummern. Aber so ganz gingen Hausnamen nicht verloren.

Anfänglich gab man Schlösser und Kirchenhäusern Namen. Doch diese Tradition wurde schnell übernommen. "Ein Hausname, beispielsweise für ein bäuerliches Anwesen, benannte zunächst das Anwesen, den Ort selbst. Er diente aber auch wie ein Familienname. Personen wurden anfänglich mit Vornamen und Hausname benannt. Das konnte so weit gehen, dass der Bevölkerung der wirkliche Familienname gar nicht bekannt war. Der Hausname war gebräuchlich. Der Hausname blieb üblicherweise erhalten, wenn beispielsweise die Besitzer wechselten.

Heute werden Gebäude nach Namen benannt, wenn es darum geht, jemanden zu ehren. Denken wir an das Willy Brandt Haus, der Bundesgeschäftsstelle der SPD, oder das Konrad Adenauer Haus der CDU.

Die dörfliche Tradition ist aus verschiedenen Gründen heraus, zum Beispiel durch Migration, weitgehend in Vergessenheit geraten.

Bild: Petair - Fotolia

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