Wenn der Vorname zum Hindernis wird

Junge Menschen mit Migrationshintergrund müssen bei Bewerbungen gegen Vorurteile ankämpfen

Sie sind jung, intelligent, wollen einen Berufswunsch realisieren. Sie sind in Deutschland groß geworden, sprechen perfekt Deutsch und haben in Deutschland ihre schulische Laufbahn durchlaufen. Doch viele von ihnen scheitern mit ihrer Bewerbung. Sie haben einen Migrationshintergrund. Der Name verrät es. Viele bekommen nicht einmal die Chance, zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen zu werden. "Das ist unfair, aber allzu oft Realität", so Andreas Bippes M.A. vom großen Verzeichnis für Vornamen WelcherName.

Oft sind es junge Menschen mit türkischen Wurzeln, die davon betroffen sind. "Traurig aber wahr - der Vorname und Nachname können über die Chancen von Bewerbern entscheiden", so Andreas Bippes.

Wissenschaftler des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA) in Bonn und der Universität Konstanz widmeten sich diesem Problem. Sie versendeten rund 1.000 Bewerbungen auf Praktikumsstellen für Wirtschaftsstudenten. Die Namen wurden entweder eindeutig deutsch oder eindeutig türkisch formuliert. Bei gleicher Qualifikation des Bewerbers. Das Ergebnis der Studie ist ernüchternd: Bewerber mit türkischen Namen erhielten 14 Prozent weniger positive Antworten.

Nach Auffassung von Andreas Bippes M.A. von der Namensdatenbank WelcherName muss die betriebliche Personalplanung umdenken. Die Arbeitsverwaltung muss Aufklärungsarbeit leisten. "Wir können es uns heute nicht mehr leisten auf diese jungen Menschen zu verzichten. Wir verschenken Potentiale, wenn wir Menschen mit Migrationshintergrund nicht alle Chancen einräumen."

Bild: Nelos - Fotolia

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