Aktive Hunde

Alles rund um aktive Hunde

Wissbegierig und aktiv - diese Hunde haben Ansprüche. Junge Hunde sind aktiv, da kommt es nicht unbedingt auf die Rasse an, denn alle Welpen wollen spielen, ihrem natürlichen Bewegungsdrang nachgehen und auch kognitiv gefördert werden. Bei manchen Rasse verliert sich diese Eigenschaft mit der Zeit ein wenig, Bernhardiner oder Retriever (Labrador Retriever, Golden Retriever, Nova Scotia Duck Tolling Retriever, Flat Coated Retriever, Chesapeake Bay Retriever, Curly Coated Retriever) beispielsweise lassen es mit den Jahren eher gemütlicher angehen. Anders hingegen sind Hunderassen, die als Arbeitshunde gezüchtet wurden. Ein Australian Shepherd oder ein Border Collie zum Beispiel sind bis ins hohe Alter hinein aktiv und benötigen ihre täglichen Aufgaben.

Viele Hundebesitzer unterschätzen dieses lebhafte, wiss- und lernbegierige Wesen von Arbeitshunden. Sie dürfen nicht vergessen, dass Rassen wie der Schäferhund oder ein Dobermann als Jagdhunde, Wachhunde und Arbeitshunde gezüchtet wurden und dementsprechend aufmerksam und mit einem ausdauernden Arbeitswillen ausgestattet sind.

Ein Hund, der seinen Bewegungsdrang ausleben kann, entwickelt eine zufriedene Persönlichkeit

Bei aktiven Hunderassen müssen Sie also damit rechnen, dass Sie bei Wind und Wetter vor die Tür müssen - und das länger als nur fünf Minuten zum Häufchen machen. Golden Retriever, die oft als die optimalen Familienhunde angepriesen werden, lieben nasskaltes Wetter und geben sich mit der täglichen Gassi-Route nur selten zufrieden. Ein Retriever ist erst dann glücklich, wenn sein schönes helles Fell schlammfarben und nass ist - dann hat er sich genug ausgetobt und entwickelt ein ausgeglichenes Wesen.

Das ist bei allen aktiven Rassen der Fall. Nur ein Hund, der seinen Bewegungsdrang ausleben kann und zudem auch mit seinem Wesen und Talenten entsprechenden Aufgaben beschäftigt wird, entwickelt eine zufriedene Persönlichkeit.

Zu den Rassen der aktiven Arbeitshunde gehören unter anderem:

Viele Arbeitshunde, die in viel zu kleinen Wohnungen gehalten werden und immer nur für eine kurze Zeit Gassi geführt werden, werden oftmals aggressiv, bissig und verweigern den Gehorsam. Hier scheitern viele Hundebesitzer schon in den ersten Monaten, dabei ist es ziemlich einfach einen ausgeglichenen Hund zu erziehen und ihm Dinge beizubringen.

Welpenkauf und Erziehung

Aktive Hundewelpen, die rundum gesund sind, sämtliche Impfungen besitzen, sowie entwurmt und gechipt sind, sollten Sie nur bei einem seriösen Züchter kaufen. Diesen erkennen Sie beispielsweise daran, dass er die Hunde in einem professionellen und artgerechten Zwinger hält, der auch Ihnen als potentieller Käufer zugänglich ist. Werden Übergabetermine auf Parkplätzen oder Autobahnraststätten vereinbart, können Sie davon ausgehen, dass der Züchter etwas zu verbergen hat.

Ein artgerechter Zwinger bedeutet, dass den Hunden Spielzeug zum Toben, aber auch zum Lernen zur Verfügung steht. Außerdem müssen Schlafplätze und Näpfe sauber sein, es sollte sich kein Kot oder Urin auf dem Boden befinden und die kleinen Hunde sollten auch die Möglichkeit zu einem sicheren Freigang haben. Das kann beispielsweise ein eingezäunter Bereich auf einer Wiese sein, wo die Rasselbande sich nach Herzenslust verausgaben kann. So wird schon frühzeitig dafür gesorgt, dass der aktive Hund seinem Bewegungstrieb nachgehen kann und ein ausgeglichenes Wesen entwickelt.

Die Zucht einer bestimmten Rasse ist aufwendig und unterliegt der Kontrolle

Wenn mehrere Rassen gezüchtet werden ist Vorsicht geboten, denn das ist bei seriösen Züchtern unüblich. Die Zucht einer bestimmten Rasse ist aufwendig und unterliegt der Kontrolle durch den Verband für das Deutsche Hundewesen (VDH) oder dem FCI - dem Fédération Cynologique Internationale. Durch diese Zuchtvereine werden auch die Stammbäume ausgewiesen und zeugen von einer professionellen Zucht.

Bevor Sie sich für einen aktiven Hund entscheiden, sollten sie ihn in der Gruppe seiner Geschwister beobachten. Spielt er fröhlich, sieht er gesund aus, hat keinen Mundgeruch, entzündete Augen oder Hot Spots - oberflächliche, lokal begrenzte Hautentzündungen - ist das ein gutes Zeichen. Soll der Hund in eine Familie integriert werden, ist es von Vorteil, wenn er in der Familie des Züchters bereits kleine Kinder oder andere Haustiere wie Katzen kennengelernt hat und dahingehend gut sozialisiert ist.

Ein aktiver Hund benötigt aber auch ein aktives Herrchen, daher sollten Sie sich vorher darüber im Klaren sein, was mit einem energiegeladenen Hund auf Sie zukommt.

Langeweile? Nein, danke! Ein aktiver Hund benötigt aber auch ein aktives Herrchen

Zu Anfang sind - wie bereits erwähnt - alle kleinen Hunde aktiver, als es in den späteren Jahren der Fall sein wird. Arbeitshunde jedoch verlieren nicht viel von ihrer Energie und sind zudem sehr intelligent und wollen stets mit neuen Aufgaben herausgefordert werden. Stellen Sie sich daher die Frage, ob Sie selbst genauso aktiv sind wie Ihr Wunschhund und ob Sie sich gerne sportlich betätigen. Gehen Sie bei Wind und Wetter vor die Tür und scheuen sich nicht vor nasskaltem Herbstwetter und schlammigen Waldwegen? Das sind nämlich einige der Grundvoraussetzungen, damit Sie und Ihr aktiver Hund zum unzertrennlichen Team werden. Einen Hund mit viel Freude an Bewegung zu bändigen ist nicht so einfach, am besten Sie besitzen bereits Erfahrung in der Erziehung mit Hunden oder haben sich ausreichend darauf vorbereitet und wissen, was auf Sie zukommt.

Aktive Hunde sind eher ungeeignet für die Stadtwohnung im Hochhaus. Auch der Stadtpark um die Ecke ist nur bedingt geeignet für die ursprünglichen Arbeitshunde. Ein Haus mit Garten auf dem Land, mit Wäldern, Wiesen und viel Platz zum Rennen und Spielen ist besser geeignet für aktive Hunde.

Aktive Hunde sind eher ungeeignet für die Stadtwohnung im Hochhaus

Die Aufgaben, mit denen Sie Ihren Hund beschäftigen und fördern können sind rassetypisch unterschiedlich. Ein Golden Retriever beispielsweise wurde gezüchtet, um erlegtes Wild bei der Jagd zu apportieren. Er liebt es Dummies zu suchen, die gerne auch etwas schwieriger zu finden sein dürfen. Einfaches Stöckchenholen reicht ihm bei Weitem nicht aus. Sehr lauffreudige Hunde wie der Australian Cattle Dog sind mit Radtouren und ausgedehnten Tagestouren zu begeistern und der Australian Shepherd ist nahezu nicht kaputt zu bekommen. Er gehört außerdem zu den Hunden, die ganz klare Grenzen benötigen und ist nicht als Ersthund zu empfehlen.

Mit Hundesport wie Obedience oder Agility können die aktiven und intelligenten Hunde bei Laune gehalten werden. Wichtig dabei ist, mit dem Sport oder mit ausgedehnten Rad- und Wandertouren erst zu beginnen, wenn der Hund zirka ein Jahr alt ist. Vorher ist zu viel Bewegung nicht gut, da die Gelenke zu stark belastet werden und es dadurch zu Fehlstellungen kommen kann.

Solche Arbeitshunde lassen sich aufgrund ihrer Intelligenz und Lernbereitschaft auch wunderbar als Rettungshunde, Polizeihunde oder Therapiehunde einsetzen.

Was fressen aktive Hunde?

Hunde, die mit viel Energie ihre Aufgaben erledigen und in ihren Talenten gefördert werden, haben einen erhöhten Nährstoffbedarf. Herkömmliches Futter reicht also nur bedingt aus, um dem Bedarf an Proteinen und Nährstoffen zu decken. Wird dieses Futter in einer höheren Menge gereicht, kann es zu Fehlversorgungen kommen, daher müssen Sie bei einem aktiven Hund, der täglich seine Leistung erbringt, darauf achten, dass er die richtigen Nährstoffe bekommt. Hundesport oder tägliche Spaziergänge gehören jedoch nicht zu den Aktivitäten, die spezielles, proteinreiches Futter erforderlich machen. Wenn Sie Ihren Hund aber zur Arbeit einsetzen, also als Hütehund, Jagdhund oder als „Leistungssportler“, so steigt sein Bedarf unter anderem an Vitamin E, den B-Vitaminen, Selen, Zink und Eisen.

Je nach Rasse, Alter, Gewicht und Einsatzart sollte das Futter für aktive Hunde bedarfsgerecht zusammengesetzt sein. Ist das nicht der Fall kann es auch hier wieder zu einer Fehlversorgung mit gesundheitlichen Folgen führen.

Ein treuer Begleiter mit Ansprüchen - aktive Hunde sind die besten Begleiter

Aktive Hunde sind die besten Begleiter. Arbeitswillig und intelligent steht Ihnen Ihr vierbeiniger Freund zur Seite. Er will jedoch auch gefördert werden und hat weder etwas gegen schlechtes Wetter, noch ist er zu Anfang leicht zu erziehen. Wohnungshaltung und Eintönigkeit sind Gift für das Wesen des aktiven Hundes. Anspruchsvolle Aktivitäten je nach Talent der Rasse und eine ausgewogene Ernährung sind die Eckpfeiler in der Erziehung des Energiebündels.