Wer den Hundeführerschein besteht, zahlt weniger Hundesteuer

Debatte um Veränderungen der Hundesteuer kommt bundesweit in Fahrt

Vielerorts steht die Hundesteuer in bisheriger Form auf dem Prüfstand. Ob in Gemeinden Berlins, im Rhein-Main-Gebiet oder in Karlsruhe - wie die Redaktion von WelcherName, dem großen Verzeichnis für Hundenamen, recherchierte, kommt Fahrt in die Debatte um Veränderungen der Hundesteuer.

Die Grünen im Karlsruher Gemeinderat fordern eine Änderung der Hundesteuersatzung. Sie haben beantragt, dass Hundehalter, die mit ihrem Hund einen Sachkundenachweis wie den Hundeführerschein ablegen, 50 Prozent weniger Hundesteuer bezahlen müssen. Auch sieht die Initiative der Grünen vor, dass Hundehalter, die ihr Tier aus dem örtlichen Tierheim holen, von einer Hundesteuerermäßigung profitieren sollen.

Hundeführerschein schafft Anreize, sich im Umgang mit seinem Hund schulen zu lassen

Der Hundeführerschein ist ein Befähigungsnachweis für Hundehalter. Er sieht mindestens eine praktische Prüfung des Halters mit seinem Hund vor. Zusätzlich kann ein theoretischer Sachkundenachweis erforderlich sein. "Kurzum - der Hundeführerschein soll bescheinigen, dass der Halter seinen Hund im Griff hat und dass von ihm keine Gefährdung ausgeht. Eine ermäßigte Hundesteuer wäre ein Anreiz für viele Hundehalter, sich im Umgang mit ihrem Hund schulen zu lassen", so Andreas Bippes von WelcherName, der großen Namensdatenbank. Auch im Berliner Senat beschäftigt man sich mit der Frage. Der Berufsverband der Hundeerzieher und Verhaltensberater e.V. (BHV) hat den Senat aufgefordert, Hundehaltern die Hundesteuer zu ermäßigen, wenn diese einen Hundeführerschein erworben haben. Beispielhaft wird auf die hessische Stadt Flörsheim oder die Gemeinde Panketal nördlich von Berlin verwiesen, die bereits so verfahren.

In den Gemeinden Panketal und Flörsheim geht das Konzept auf

Im hessischen Flörsheim geht das Konzept auf. Jeder zehnte Hundehalter zahlt 50 Prozent weniger Hundesteuer, weil er im Besitz eines Hundeführerscheins ist. Aktuell sind in der 20.000 Einwohner-Stadt 1.015 Hunde gemeldet. Der Hundeführerschein des Berufsverbandes der Hundeerzieher und Verhaltensberater (BHV) e.V. wird derzeit von den Ländern Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg anerkannt. Weitere Bundesländer stehen vor entsprechenden Entscheidungen. In Hessen und in Niedersachsen ist der BHV zudem aktuell an der Ausgestaltung der neuen Hundegesetze beteiligt.

Bild: sanjagrulic - Fotolia

    Teilen