Blindenhunde

Blindenhunde - lebenswichtiger Freund und Helfer im Alltag

Blinde Menschen sind auf Hilfe angewiesen, wenn sie im Alltag zurechtkommen möchten. Dabei spielt das Ausmaß der Sehbehinderung keine Rolle. Auch wenn Sie noch schemenhaft Umrisse erkennen können, haben Sie es oftmals schwer, sich im Straßenverkehr oder auch in Ihrer Wohnung oder in Ihrem Haus zu bewegen. Nicht immer ist es möglich, Hilfe von der Familie oder von Freunden zu bekommen. Sie brauchen jemanden, der jeden Tag für Sie da ist und der Sie bei allen Aufgaben begleitet. Dies kann oftmals nicht mal der Partner leisten, denn er muss in der Regel arbeiten gehen. Hunde sind hingegen treue Begleiter, die Ihnen ein ganzes Leben lang nicht von der Seite weichen. Entscheiden Sie sich für die Aufnahme eines Blindenhundes, wenn Sie trotz Ihrer Behinderung ein selbstbestimmtes Leben führen möchten.

Nicht alle Rassen sind geeignet, als Blindenhund ausgebildet zu werden

Eignet sich jeder Hund automatisch für die Blindenhund Ausbildung? Leiden Sie unter einer Sehbehinderung oder sind Sie komplett blind, brauchen Sie die Hilfe eines Tieres, das auf ein Leben mit Ihnen vorbereitet ist. Nicht jede Rasse ist als Blindenhund geeignet. Wenn Sie auf der Straße unterwegs sind, müssen Sie sich vollständig auf die Führung durch Ihren Hund verlassen können. Der Hund muss in allen Situationen die Kontrolle behalten. Er darf nicht ängstlich werden oder sich einschüchtern lassen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass die Rassen eine bestimmte Körpergröße haben. Zu kleine Hunde eignen sich nicht, weil sie diese wichtigen Aufgaben nicht übernehmen können. Der Blindenhund ist auch eine Art Beschützer. Er sollte sein Herrchen in brenzligen Situationen verteidigen. Außerdem benötigt der Hund eine hohe Intelligenz, denn er muss seine Aufgaben selbstständig erkennen und lösen. Schäferhunde, Labradore und Golden Retriever sind Hunderassen, die gern als Blindenhund ausgebildet werden. Sie haben die notwendige Größe und auch den Verstand, diese wichtige Lebensaufgabe zu meistern. Darüber hinaus überzeugen diese Rassen mit ihrem Sozialverhalten. Sie schließen sich eng an ihr Herrchen an und sie entwickeln keine Aggressionen. Es kommen natürlich noch mehr Rassen infrage, und es gibt Züchter, die überzeugt davon sind, dass sich jede Rasse zum Blindenhund ausbilden lässt. Dies mag in der Theorie auch richtig sein, aber dennoch werden die genannten Rassen am häufigsten als Blindenhund eingesetzt. Das bedeutet im Umkehrschluss, dass nicht jede Hunderasse geeignet ist für die Blindenhund Ausbildung.

Spezielle Schulung der Blindenhunde

Blindenhunde bekommen eine spezielle Schulung und werden in der Regel schon als Welpe auf ihre Aufgaben vorbereitet. Die Ausbildung dauert lange, aber es ist möglich, den Hund bereits in seiner Ausbildungsphase an sein Herrchen zu gewöhnen. Während der Ausbildung werden die besonderen Instinkte der Hunde ausgebildet. Sie werden an das ausschließliche Gegen an der Leine gewöhnt und es wird Ihnen beigebracht, wie sie sich Wege merken können. Sie lernen, durch lautes Bellen auf Gefahrensituationen aufmerksam zu machen. Der Hund fungiert quasi als Auge des Blinden, und dies ist besonders für Betroffene, die gar nichts mehr sehen können, überlebenswichtig. Dies betrifft nicht nur das Leben im eigenen Haus oder in der Wohnung, sondern vor allem die täglichen Wege, die erledigt werden müssen.

Älteren Hund zum Blindenhund ausbilden

Eine Erblindung kann viele verschiedene Ursachen haben. Bei einigen Menschen ist die Erkrankung angeboren. Andere erwerben sie im Laufe ihres Lebens durch einen Unfall oder durch eine fortschreitende Erkrankung, die schließlich das Augenlicht nimmt. Wenn Sie bereits einen Hund haben, der sie über viele Jahre als treuer Freund begleitet, kann dieser zu einem Blindenhund geschult werden. Dies ist auch in einem höheren Lebensalter des Hundes möglich. Vielleicht kann die Schulung nicht so effektiv sein wie bei einem Welpen, aber Sie müssen Ihr vertrautes Tier nicht abgeben. Es ist ein großer Vorteil, wenn der Hund Sie bereits kennt und schon einige Jahre mit Ihnen zusammen lebt. Ausschlaggebend ist jedoch die Hunderasse.

Der Blindenhund bringt ein ausgesprochen positives Sozialverhalten mit

Wenn Sie sich für eine sehr kleine Rasse entschieden haben, wird eine Ausbildung zum Blindenhund schwierig. Der Hund kann sie im Straßenverkehr nicht sicher führen und wird im Gedränge leicht übersehen. Vielleicht entwickelt er selbst Ängste, und diese Unsicherheit überträgt sich dann auf Sie. Dennoch brauchen Sie Ihren Liebling nicht weggeben, wenn Sie im Laufe Ihres Lebens Ihr Augenlicht verlieren und auf Hilfe angewiesen sind. Sie können sich für die Aufnahme eines ausgebildeten Blindenhundes entscheiden und Ihren kleinen Liebling dennoch behalten. Da der Blindenhund ein ausgesprochen positives Sozialverhalten mitbringt, wird er sich nicht nur an Sie, sondern auch an Ihren vierbeinigen Freund gewöhnen. Sie bilden schon nach kurzer Zeit eine Einheit, die Ihr Leben auf eine ganz neue Weise bereichern wird.

Diese Hilfe kann der Blindenhund leisten

Wenn Sie mit Ihrem Blindenhund zusammengewachsen sind, werden Sie jeden Tag Erleichterungen im Alltag spüren. Sie können von der Aufnahme eines Blindenhundes nur profitieren. Selbst wenn Sie bislang keinen Hund hatten und sich mit diesem Thema nie auseinandergesetzt haben, ist es jetzt der richtige Zeitpunkt. Vor allem für Menschen, die im Laufe ihres Lebens erblinden, ist die Selbstbestimmtheit, mit der sie ihr bisheriges Leben gemeistert haben, sehr wichtig. Wenn Sie einen Blindenhund bei sich aufnehmen, werden Sie in vielen Bereichen keine Hilfe von der Familie, von Freunden oder von einem Pflegedienst mehr brauchen. Der Blindenhund hilft Ihnen bei der Verrichtung von Arbeiten in Ihrer Wohnung oder in Ihrem Haus. Er bringt Ihnen Gegenstände, die Sie verlegt haben, und er führt Sie durch Ihren Garten, wenn Sie dort Arbeiten verrichten müssen. Es ist sogar möglich, dass Sie mit Ihrem Blindenhund auf die Straße gehen.

Blindenhund kann ein Leben mit Behinderung bereichern und großes Lebensglück bescheren

Wichtig ist, dass Sie eine entsprechende Armbinde tragen und Ihren Taststock mitführen. Auch Ihr Hund sollte das auffällige gelbe Band tragen. Auf diese Weise machen Sie in der Öffentlichkeit auf sich aufmerksam und können sicher sein, dass Sie Hilfe von Passanten bekommen, falls Ihr Hund doch einmal überfordert sein sollte oder sich nicht zurechtfindet.

Sie können mit Ihrem Blindenhund Wege einüben, die er sich merkt. Er wird Sie jederzeit sicher wieder nach Hause bringen. Gehen Sie mit Ihrem Hund einkaufen, lassen Sie sich zum Arzt oder ins Kino begleiten. Sie dürfen Ihren Blindenhund überall mit reinnehmen, auch dort, wo Hunde eigentlich verboten sind. Genießen Sie die Gesellschaft eines Freundes, der immer bei Ihnen ist, und holen Sie sich einen Teil Ihres selbstbestimmten Lebens mit Ihrem Blindenhund zurück. Gemeinsam werden Sie viel Freude miteinander haben, und Sie erkennen, dass auch das Leben mit einer Behinderung lebenswert sein kann.