Jagdhunde

Alles rund um Jagdhunde

Jagdhunde-Rassen zählen oft zu den ältesten Hunderassen – einst elementarer Bestandteil der Jagd. Jagdhunde gelten allgemein als selbstbewusst und sehr agil. Zu diesen Hunden passen kraft- und klangvolle Namen, die ihre Persönlichkeit unterstreichen. Eine eindeutige Klassifizierung als Jagdhunde gibt es jedoch nicht. Viele der weltweit vertretenen Hunderassen werden vom größten internationalen Dachverband (Fédération Cynologique Internationale = FCI) den Jagdhunden zugeordnet. Somit machen Jagdhunde einen Großteil aller Hunde aus. Welche Rassen gehören dazu?

Jagdhunde von A bis Z

Jagdhunde sind vom Ursprung her sogenannte Gebrauchshunde beziehungsweise Hunde für den Jagdgebrauch. Im Gegensatz zu den Hütehunden und Treibhunden, deren Jagdtrieb seit Jahrhunderten durch Zucht unterdrückt wurde, ist bei Jagdhunden der Jagdtrieb sehr gut herausgearbeitet. Die meisten Jagdhunde-Rassen eignen sich als auch Begleit- und Familienhunde, benötigen jedoch viel Aufmerksamkeit, Bewegung und Erziehung. Wird ein Jagdhund nicht für die Jagd ausgebildet, braucht er eine andere Aufgabe, die ihn auslastet. Selbst die kleinsten Exemplare haben einen beachtlichen Bewegungsdrang. Halter von Jagdhunden sollten Sport und Spiel mögen. Hunde dieser Rassen zeichnen sich durch ähnliche Wesensmerkmale aus, besitzen einen ausgeprägten Jagdtrieb und werden je nach ihrem Einsatzgebiet in verschiedenen FCI-Gruppen geführt.

Apportierhunde und Stöberhunde, FCI-Gruppe 8

Hunde, die ihrem Einsatzgebiet nach zu den Jagdgebrauchshunden zählen, werden in dieser Gruppe geführt. Sie sind in die Untergruppen Apportierhunde, Stöberhunde und Wasserhunde unterteilt, wobei die Grenzen fließend sind, denn ein Apportierhund kann durchaus auch für die Arbeit im Wasser eignen. Rassen dieser Art Jagdhunde wurden gezüchtet, um Wild an Land und im Wasser aufzustöbern und nach erfolgreicher Jagd zu suchen und zu bringen. Zu den sehr aktiven Hunderassen dieser Gruppe gehören zum Beispiel:

Laufhunde und Schweißhunde, FCI Gruppe 6

Unter die Sammelbezeichnung „Laufhunde und Schweißhunde“ fallen verschiedene Jagdhunde-Rassen, die über bestimmte gemeinsame Eigenschaften verfügen. Im Allgemeinen gehören in diese Rubrik Jagdhunde, deren Fähigkeit und Aufgabe es ist, das Wild über lange Strecken ausdauernd zu hetzen. Schweißhunde verfügen zudem über einen außerordentlich ausgeprägten Geruchssinn und helfen dem Jäger, verletztes Wild sicher aufzuspüren. Beide Arten eignen sich für den Einsatz in der Meute. Sie benötigen die Sicherheit eines Rudels, das alternativ auch vom Menschen gebildet werden kann. Hunde der FCI Gruppe 6 sind:

Terrier, FCI Gruppe 3

Die Bezeichnung "Terrier" ist vom lateinischen Wort Terra für Erde abgeleitet. Die aufmerksamen, agilen Jagdhunderassen dienten ursprünglich dazu, Fuchs oder Dachs aus dem Bau zu treiben. Auch für die Rattenbekämpfung auf Bauernhöfen und später in den Großstädten wurden verschiedene Vertreter dieser Gruppe erfolgreich eingesetzt. Als Terrier werden zahlreiche kleine bis mittelgroße Hunderassen bezeichnet, von denen die meisten als besonders familientauglich und freundlich gelten. Die kleinsten dieser Gruppe werden als Modehunde verkannt. Von den größeren stehen einige auf der Liste der besonders gefährlichen Rassen (Listenhunde). Zur Gruppe der Terrier gehören:

Vorstehhunde, FCI Gruppe 7

Die Gruppe der Vorstehhunde umfasst mehrere Jagdhunde-Rassen. Ihr ausgeprägte Fähigkeit ist die des „Vorstehens“. Hierbei handelt es sich um Verhaltensmerkmal, das instinktiv von den Hunden beim Bemerken von kleineren Wildtieren in der Nähe ausgeübt wird: regloses Verharren mit angehobenem Vorderlauf und starrer Blickrichtung. Dem Jäger wird hiermit angezeigt, wo sich das Wild befindet. Allerdings muss die gewünschte Verhaltensweise dieser Hunde für den Jagdgebrauch erst trainiert werden. Vorstehhunde sind intelligente, ausdauernde Jagdgebrauchshunde, die eine angemessene Beschäftigung benötigen. Hunderassen in dieser Gruppe sind:

Dachshunde, FCI Gruppe 4

In der Gruppe 4 befindet sich nur eine einzige Rasse: der Dachshund, auch Dackel oder Teckel genannt. Diesen kleinen Gesellen gibt es in verschiedenen Größen, drei Fellvarianten und unzähligen Farbschlägen. Der Dackel gilt als urdeutsch und gehört weltweit zu den beliebtesten Hunderassen. Die kurzbeinigen Hunde wurden zur Jagd von Dachsen, Füchsen und Kaninchen eingesetzt. Die geringe Körpergröße und der langgestreckte Körperbau mit den kräftigen kurzen Beinen eignet sich besonders gut, um in den Bau vorzudringen und das gewünschte Wild herauszujagen. Unterschieden wird lediglich nach äußeren Merkmalen, wobei jede Unterart verschiedene Größen aufweisen kann (Normal, Kaninchen und Zwerg). Es gibt folgende Dachshunde:

Der Dackel als typisch deutscher Jagdhund

Klein, sympathisch und verschmitzt: Kaum eine Hunderasse weckt beim Menschen so viele Assoziationen wie der quirlige, kurzläufige Dachshund. Deshalb widmen wir dem liebenswerten Schelm gern etwas mehr Aufmerksamkeit. Der viel zitierte Dackelblick führt auf diese kleinen Hunde zurück, denn kein anderer Hund soll derart intelligent, treu und gleichzeitig fordernd blicken können wie der Dachshund. Während Rauhaardackel vorwiegend den Jägern zugesprochen werden, haben sich Lang- und Kurzhaardackel in immer kleineren Abmessungen zu Modehunden entwickelt. Inzwischen ist der Kleine mit den kurzen Beinen in nahezu jeder Bevölkerungsschicht vertreten und als Familien- und Begleithund beliebt. Nach dem Deutschen Schäferhund gehört der Dackel zur Hunderasse mit den meisten Individuen weltweit und gilt als typisch deutsch. Hierfür sind seine Charaktereigenschaften verantwortlich: Er ist hochintelligent, wesensstark und zuverlässig.

Der Dackel - hochintelligent, wesensstark und zuverlässig

Die genetische Veränderung der kurzen Beine wurde seit Jahrhunderten bewusst gezüchtet, um die kleinen Hunde als Jagdgebrauchshunde für die Dachs- und Kaninchenjagd zu nutzen. Hierdurch sind jedoch bei den meisten Dachshunden Bandscheibenprobleme vorprogrammiert. Diesem gesundheitlichen Manko kann mit gezieltem Muskelaufbau entgegengewirkt werden. Dachshunde gingen ursprünglich aus den Bracken hervor, einer gedrungenen mittelgroßen Hunderasse mit relativ kurzen Beinen. Dackel oder Teckel werden nach wie vor gern von Jägern und Förstern mitgeführt. Neben ihren ausgezeichneten Fähigkeiten, Wildtiere aus ihrem Bau zu scheuchen, eignen sich Dackel auch hervorragend zum Aufstöbern. Aufgrund ihrer geringen Größe werden sie von Großwild nicht als unmittelbare Bedrohung wahrgenommen. Das Wild zieht langsam und nicht hoch flüchtig – entscheidend für den Erfolg einer Drückjagd.

Kleine Dachshunde als Jagdgebrauchshunde für die Dachs- und Kaninchenjagd

Selbst für die Wasserjagd sind die kleinen Hunde prädestiniert, denn sie sind hervorragende Schwimmer und sehr wasserfreudig. Allerdings betrifft diese Vorliebe nur stehende und fließende Gewässer. Regen (also Wasser von oben) mögen die Wasserratten eher nicht. Zwar gelten Dackel als sehr geduldig und kinderlieb, doch wenn es sich jemand ernsthaft mit dem Zwerg verscherzt hat, dann bleibt die Abneigung oft dauerhaft bestehen. Ihre geringe Größe, ihre zauberhafte Erscheinung und der herzerweichende Dackelblick sind dafür verantwortlich, dass dem Bewegungsdrang der Dachshunde von ihren Besitzern oft nicht ausreichend Rechnung getragen wird. Auch der Erziehungsaufwand im Welpenalter wird unterschätzt, denn sie sind ja so niedlich. Erwachsene Dackel gelten nicht umsonst als störrisch und unbelehrbar. Unausgelastet entwickeln sich die kleinen Hunde nicht selten zu nervigen Kläffern mit seltsamen Besitzansprüchen.