Ruhige Hunde

So finden Sie einen entspannten Hund

Sie sind der Star vieler Familienfilme: Ruhige Hunde, die wie ein Fels in der Brandung mitten im Kinder-Chaos ausharren. Solche Exemplare gibt es tatsächlich. Wenn Sie die richtige Rasse aussuchen, Geduld und etwas Geschick bei der Erziehung haben und dazu noch eine kleine Portion Glück, dann können auch Sie zu solch einem Hausgenossen kommen. Aber bei weitem nicht alle Hunde verfügen über das nötige gelassene Temperament. Denn: Es kommt auch auf die richtige Hunderasse an.

Hunderassen, die wenig bellen und nicht viel Auslauf brauchen

Es gibt Hunderassen, die für ihre Ausgeglichenheit, aber auch für einen vergleichsweise geringen Bewegungsdrang bekannt sind. Dabei spielt die Größe der Hunde überraschenderweise keine wesentliche Rolle.

Jeder einzelne Hund hat seine eigene Persönlichkeit! Aber diese Hunderassen stehen im Ruf, ruhig zu sein:

  • Irischer Wolfshund - Das ist die größte Hunderasse der Welt! Aber diese Hunde gehören zu denen, die am wenigsten bellen, außerdem sind sie ruhig, freundlich und zurückhaltend.
  • Afghanischer Windhund - Überraschenderweise brauchen Windhunde nicht besonders viel Auslauf. Aber sie müssen genug Gelegenheit zum Spurten haben. Dafür sind sie dann im Haus ausgesprochen ruhig und zurückhaltend.
  • Berner Sennenhund - Die bis zu 70 cm großen Tiere sind ausgesprochene Familienhunde. Sie wollen zwar in die Aktivitäten ihrer Menschen mit eingebunden sein. Aber je älter sie werden, desto ruhiger werden sie normalerweise auch.
  • Retriever - Die ursprünglichen Jagdhunde mussten stundenlang ruhig neben dem Jäger verharren. Deshalb sind noch heute sowohl der Golden Retriever als auch der Labrador Retriever meist sehr ruhige Hausgenossen.
  • Basset Hound - Diese Hunde sind zwar für ihr spezielles, sehr tiefes und sonores Bellen bekannt - aber sie setzen es nur selten ein. Bassets bleiben auch im größten Trubel cool.
  • Chihuahua - Diese sehr kleinen, nur bis zu 3 Kilogramm schweren Hunde brauchen schon wegen ihrer geringen Größe nur sehr wenig Auslauf. Dabei sind sie sehr mutig und glauben oft, sie seien viel größer als sie sind und bellen andere Hunde an.
  • Japan Chin - Diese verspielten Hunde sitzen gern auf dem Schoß ihres Herrchens oder Frauchens und lassen sich streicheln. Eine wilde Runde durch den Park verachten sie aber auch nicht.
  • Shar-Pei - Shar-Peis sind sehr ruhig, aber sie sind nichts für Anfänger. Sie brauchen eine selbstsichere Führung, sonst übernehmen sie selbst das Ruder. Diese Hunde sind auch nicht besonders anhänglich. Allerdings haben sie den starken Drang, ihre Bezugspersonen zu beschützen.
  • Französische Bulldogge - Die Bulldoggen machten sich zuerst als Rattenfänger beliebt und wurden in Hundekämpfen eingesetzt. Dann fielen sie aber durch ihr Kuschelbedürfnis auf und wurden in diese Richtung weiter gezüchtet. Ihr besonderes Merkmal sind die großen, aufrecht stehenden Ohren.
  • Malteser - Der Malteser ist ein echter Schoßhund. Er wird gern gehätschelt und gestreichelt. Aber er kann zwischendurch auch recht wild sein und es selbstbewusst mit großen Hunden aufnehmen.

Junge Hunde - unruhige Hunde

Ganz gleich, wie ruhig die Veranlagung eines Hundes durch die Rasse und durch seinen individuellen Charakter ist - kein junger Hund ist ein ruhiger Hund. Ungestüm rennen die Welpen jedem Abenteuer hinterher. Sie zerkauen Schuhe und Stromkabel, bellen und jaulen und wollen auch mal mitten in der Nacht spielen. Mit den Wochen und Monaten legt sich dieses Verhalten bei den meisten Hunden von allein. Allerdings sollten Sie sich auf den Wirbel und die vorübergehende Unruhe einstellen, wenn Sie mit dem Gedanken spielen, sich einen Welpen anzuschaffen.

Ruhe durch Vertrauen schaffen

Damit aus Ihrem Hund ein ruhiger Hausgenosse wird, kommt es aber nicht nur auf die Auswahl der richtigen Hunderasse an. Ganz wichtig ist auch die Bindung an die Mitglieder Ihrer Familie. Und noch viel stärker wirkt sich das Vertrauen aus, das der Hund zu Ihnen aufbaut. Dazu gehört, dass alle Mitglieder der Familie den Hund respektieren. Das Ruhebedürfnis des Hundes muss geachtet werden. Niemand darf ihn von seiner Decke oder seinem Körbchen vertreiben. Wenn der Hund frisst, darf er nicht gestört werden. Vermeiden Sie Machtspiele um das Futter! Wer seinem Hund wiederholt den Fressnapf wegnimmt, um sich als Rudelführer zu behaupten, der riskiert, dass der Hund nervös und ängstlich wird. Nur ein gelassener Hund ist auch ein ruhiger Hund.

Bewegung und Beschäftigung

Hunde, die sich nicht bewegen wollen, gibt es nicht. Zwar unterscheidet sich das Bewegungsbedürfnis zwischen den Rassen, aber auch zwischen den einzelnen Individuen deutlich. Aber ganz auf körperliche und geistige Herausforderungen verzichten kann kein Hund. Manche Hundekenner sagen: "Nur ein müde Hund ist ein guter Hund".

Wenn Sie Ihren Hund müde machen wollen, müssen Sie aber nicht selbst zum Marathonläufer werden. Manchen Hunden genügen tatsächlich die täglichen Gassi-Runden auf den eigenen vier Pfoten. Für manchen Hund ist dagegen die geistige Beanspruchung fast noch wichtiger als der Auslauf. Wenn Sie Ihrem Hund täglich etwas zum Knobeln geben, tun Sie viel für ein ausgeglichenes Wesen. Dazu können Sie zum Beispiel Suchspiele veranstalten. Das strengt die Hunde an und die meisten lieben es. Wer sagt denn, dass das Futter immer im Napf und derselben Stelle verabreicht werden muss? Ein Hund ist in der Regel viel zufriedener, wenn er sich sein Fressen durch intensives Suchen erst selbst erarbeiten muss. Eine gute Möglichkeit ist auch das Einüben von Tricks. Das macht den Hund nicht nur müde und zufrieden, sondern es stärkt auch die Bindung und die Kommunikationsfähigkeit zwischen Mensch und Tier.

Auch ein Hund braucht Ruhe

Ungeachtet der Rassenunterschiede brauchen Hunde im Erwachsenenalter 17 Stunden und mehr Schlaf am Tag. Dazu zählen auch die kleinen Nickerchen, die sich Hunde über den Tag verteilt immer wieder gönnen. Es ist wichtig, die Ruhe des Hundes zu unterstützen, zum Beispiel, wenn er auf seinem Schlafplatz liegt oder im Garten in der Sonne döst. Sie sollten ihn dann nicht unnötig aufschrecken, denn nur ein erholter und entspannter Hund ist auch ein ruhiger Hund. Studien haben gezeigt, dass übermüdete Hunde hyperaktiv und nervös werden. Manche Hunde müssen aber erst daran gewöhnt werden, sich ausreichend Ruhe zu gönnen. Hunde haben den Drang immer dabei zu sein, wenn ihre Menschen etwas tun - das ist ihr Problem. Bei Straßenhunden in Rumänien, Spanien oder Griechenland ist zu beobachten, dass sie ihre Ruhephasen ganz individuell nach einem eigenen Rhythmus einteilen.

Alte Hunde sind besonders ruhig

So, wie alle jungen Hunde kleine Unruhegeister sind, so sind die meisten Hunde im Alter eher ruhig. Wenn ein Hund ein Alter von acht Jahren oder mehr erreicht hat, ist sein Bewegungsdrang oft nicht mehr so stark. Außerdem kennt er die meisten Vorgänge des Alltags und lässt sich nicht mehr so leicht aus der Ruhe und zum Bellen bringen. Wenn Sie also vor allem einen ruhigen Begleiter suchen, dann kann es eine gute Idee sein, im Tierheim vorbeizuschauen. Dort gibt es viele erfahrene Hunde im Erwachsenenalter. Der Vorteil ist auch, dass sich der Charakter eines ausgewachsenen Hundes besser beurteilen lässt als der eines Welpen. Unliebsame Überraschungen lassen sich so vermeiden.

ID Name
17 Französische Bulldogge
26 Golden Retriever
33 Chihuahua
35 Berner Sennenhund
42 Irischer Wolfshund
48 Malteser
52 Afghanischer Windhund
74 Basset Artesien Normand
75 Basset bleu de Gascogne
77 Basset Hound
157 Shar-Pei
253 Japan Chin