Wachhund

Den richtigen Wachhund finden

Wachsame Hunde - Alarmanlagen mit Kuschelfaktor? Sind alle Hunde für die Außen- oder Zwingerhaltung geeignet? Sie suchen einen Hund, der Sie treu begleitet, aber auch Eindringlinge von Ihrem Grundstück fernhält? Schon seit Jahrtausenden dienen Hunde dem Menschen als Wächter. Sie haben ein ausgezeichnetes Gehör und sind oft nachts besonders aufmerksam. Ein Hund, der einfach nur bellt, wenn Fremde kommen, ist daher schnell gefunden. Vielleicht soll das Tier jedoch schon durch sein Aussehen abschrecken, aber dennoch in der Familie kinderlieb und freundlich sein? Es hängt vor allem von der Erziehung und der Ausbildung ab, ob ein Hund ein guter Wachhund und ein zuverlässiges Mitglied der Familie wird. Dennoch sind bestimmte Rassen besser für einen Einsatz als Wachhund geeignet als andere.

Wie schützen Hunde vor Einbrüchen?

Ein Wachhund muss nicht das imposante Äußere eines Rottweilers oder Schäferhundes haben. Denn es ist vor allem der Lärm, den ein bellender Hund macht, der den wirksamsten Einbruchsschutz bietet. Man sagt sogar, dass schon ein Hundewarnschild etwa Zweidrittel aller Einbrecher abschrecken würde. Nicht die Angst vor einem Biss hält dabei die Eindringlinge ab, sondern das laute und anhaltende Bellen. Gelegenheitsdiebe meiden normalerweise das Risiko, durch Gebell auf sich aufmerksam zu machen. In der Regel suchen sie sich dann lieber ein Haus ohne Hund in der Nachbarschaft für ihr Vorhaben aus. Wenn die Einbrecher es aber auf ein ganz bestimmtes Ziel abgesehen haben, dann informieren sie sich schon im Vorfeld. Ist ein Hund auf dem Grundstück, dann bereiten sie sich auf die Begegnung mit ihm vor. Etwa durch entsprechende Schutzkleidung oder Leckereien, um den Hund abzulenken oder zu betäuben. In solch einer Situation wird dann nur ein ausgebildeter Wachhund den Einbruch verhindern können.

Die Aufgabenstellung entscheidet, ob für Sie ein Hund ausreicht, der lediglich bellt. Wollen Sie ein besonders gefährdetes Objekt schützen, dann brauchen Sie einen echten Wachhund mit Spezialausbildung.

Das Zusammenleben mit dem Hund

Territorialverhalten ist der für die Wacheigenschaft ausschlaggebende Trieb des Hundes. Sehr viele Hunde zeigen dieses Verhalten natürlicherweise auf dem eigenen Grundstück. Sie melden alles, was ungewöhnlich ist mit lautem Gebell. Dafür ist vor allem eine gute Bindung an den Menschen und seine Familie nötig. Nur wenn Sie Ihren Hund als Sozialpartner betrachten und in den Familienalltag einbinden, wird er Sie auch wirksam schützen. Auch Hunderassen wie Boxer, Dobermann oder Rottweiler sind für die enge Zusammenarbeit mit ihrem Menschen gezüchtet. Sie dürfen nicht tagelang allein in einen Zwinger gesperrt werden. Tägliche Spaziergänge und intensive Beschäftigung mit dem Tier sind immer Voraussetzung für die Haltung eines Hundes.

Welche Hunderassen sind für den Wachdienst geeignet?

Es sind mehrere Hunderassen, die für besonders begabte Wachhunde gehalten werden. Diese Rassen sind für die Aufgabe gezüchtet worden, ihr Territorium zu beschützen und zu verteidigen.

  • Der Schäferhund sieht beeindruckend aus und hat auch tatsächlich Aggressionspotenzial. Weitere Eigenschaften, die diese Hunde für den Wach- und Schutzdienst besonders geeignet machen, sind ihre Kraft und ihre Größe.
  • Auch der Rottweiler und der Dobermann sind schon rein optisch Respekt einflößende Hunde. Darüber hinaus sind sie sehr wachsam.
  • Vor dem Deutschen Spitz wird sich niemand aufgrund seines Aussehens fürchten. Dieser Hund ist aber sehr misstrauisch und aufmerksam. Und besonders wichtig: Er bellt gern.
  • Terrier sind zwar eher klein, aber sie sind bekannt für ihren großen Mut. Außerdem scheinen Terrier recht schmerzunempfindlich zu sein. Wenn sie zugebissen haben, sind sie auch durch Gegenangriffe nur schwer zum Loslassen zu bewegen.

Welche Hunde sind für Außen- oder Zwingerhaltung geeignet?

Wenn Sie einen Hund für die Bewachung eines besonders gefährdeten Objekts suchen, dann sind Gebrauchshunderassen wenig geeignet. Diese wurden zur Zusammenarbeit mit dem Menschen gezüchtet und brauchen engen Familienanschluss. Eher geeignet für eine (teilweise) Außenhaltung sind Hofhunderassen wie Spitze, Berner Sennenhunde, Leonberger oder Hovawart. Aber auch diese Hunde brauchen die sozialen Kontakte zum Menschen und Ausflüge außerhalb ihres Grundstücks. Und eines gilt für jeden Hund: Er wird sich lieber auf dem gesamten Grundstück aufhalten als immer nur in einem kleinen Zwinger eingesperrt zu sein.

Vor- und Nachteile von Hofhunderassen

Die Hofhunderassen sind für ihre Selbständigkeit bekannt. Sie wurden gezüchtet, um eigene Entscheidungen zu treffen. Deshalb sind sie sehr ernsthaft, wenn sie erst einmal erwachsen sind, und wenig zum Spielen aufgelegt. Wenn Sie mit Ihrem Hund gern Bälle apportieren oder klassischen Hundesport treiben wollen, sollten Sie sich keinen Hund aus einer Hofhunderasse anschaffen. Ein Vorteil dieser Rassen ist dagegen, dass sie kaum zum Streunen neigen. Außerdem haben sie meist keinen ausgeprägten Jagd- und Beutetrieb.

Wie wird ein Hund zum Wachhund?

Wenn Sie einen fertig ausgebildeten Hund für den Wachdienst kaufen möchten, dann ist das sehr teuer. Um einen Wachhund selbst auszubilden, brauchen Sie aber nicht nur viel Zeit. Sie brauchen auch eine Menge Erfahrung. Viele Hunde sind Spätentwickler, die erst mit etwa Jahren erwachsen werden. Erst dann lässt sich erkennen, ob sie zum zuverlässigen Wächter taugen. Aber Sie müssen den Hund schon vom Welpenalter an durch alle Lebensphasen begleiten und anleiten, um einen guten Wachhund aus ihm zu machen. Was aber auf alle Fälle verboten ist: Sie dürfen Ihren Hund als Privatmann nicht „scharf“ machen und zum Hetzen von Menschen abrichten. Das ist nur speziellen Schutzdiensten und etwa der Polizei erlaubt.

Rechtliche Fragen rund um den Wachhund

Übrigens darf auch ein Wachhund niemanden beißen, selbst wenn er auf Ihr Grundstück eingedrungen ist. Nur wer ins Haus eingebrochen ist - oder wem dieser Vorsatz nachgewiesen werden kann - darf auch vom Hund gebissen werden. Grundsätzlich muss aber jeder Hund in Deutschland so gehalten werden, dass er niemanden verletzen kann. Auch wer unbefugt Ihr Grundstück betritt, kann also Schmerzensgeld verlangen, wenn er vom Hund gebissen wird. Und Sie als Hundehalter müssen sich sogar eventuell wegen fahrlässiger Körperverletzung verantworten. Wichtig ist dabei zum Beispiel, ob Sie Ihr Grundstück so gesichert haben, dass kein Kind Zugang dazu hätte. Neben einem hohen Zaun und fest geschlossenen Tore müssen Sie an jedem Zugang Warnschilder anbringen. Diese Schilder müssen das Betreten des Grundstückes verbieten und auf einen freilaufenden Hund hinweisen.

Hunde haben auch Nachteile - Wachhunde ersetzen keine Alarmanlage

Genau betrachtet, ist ein Hund eine eher aufwendige Alternative zu einer elektronischen Alarmanlage. Die Anschaffung lohnt sich nur, wenn er nicht nur als Wächter, sondern auch als Familienmitglied dienen soll. Bedenken Sie auch die Kosten für Anschaffung, Ernährung, Pflege und die Ausgaben für den Tierarzt. Ein Hund ist am Ende sehr viel teurer als eine gute Alarmanlage. Und er stellt mehr Ansprüche. Der Zeitaufwand für Pflege, Spaziergänge und Erziehung kann enorm sein, gerade bei einem Wachhund. Wenn Sie Pech haben, nimmt er seine Aufgabe zu ernst. Dann geht er Ihnen und den Nachbarn mit seinem vielen Bellen auf die Nerven. Oder er lässt auch die Gäste nicht mehr auf Ihr Grundstück, die Ihnen eigentlich willkommen sind. Legendär, aber leider auch Alltag ist das Bild von dem Hund, der den Postboten beißt.