Katzenhaltung

Katzenhaltung - Freigänger oder Wohnungshaltung? Pro und Contra

Ganz am Anfang kommt jede Katze in der Transportbox oder auf dem Arm in ein neues Zuhause, in dem sie im besten Fall ihr ganzes Katzenleben verbringt. 15 bis 20 Jahre alt kann eine Katze alt werden. Die Entscheidung Pro oder Contra Katze hat Gewicht und sollte nicht leichtfertig oder aus einer Laune heraus getroffen werden. Mindestens 12 Wochen sollte ein kleines Kätzchen bei seiner Mutter sein. Erst dann ist es bereit für ein neues Leben in einem neuen Zuhause. An dieses Leben sollte man eine Katze erst gewöhnen. Zwischen 4 und 12 Wochen Eingewöhnungszeit, empfehlen Katzenexperten, sollte die kleine Fellnase in der Wohnung bleiben. Die Katze sollte sich sicher, geborgen und wohl fühlen in ihrem neuen Zuhause. Für dieses gute Gefühl sollten Katzeneltern viel Zuwendung investieren. Die besondere Bindung, die eine Katze an ihre neue Familie, an ihr Zuhause entwickelt, ist Voraussetzung für das Zusammenleben - gerade wenn die Katze einmal ein Freigänger sein soll. Eine Katze weiß - wenn Gefahr droht, dann ist mein Zuhause ein sicherer, schützender Ort, den ich jederzeit und schnell aufsuchen kann. Dort wird mir geholfen. Dort sind Menschen, die es gut mit mir meinen.

Freigänger oder Wohnungskatze? In der Eingewöhnungszeit entwickelt sich die Katze

In dieser Eingewöhnungszeit kann sich herauskristallisieren, ob die Katze später einmal eine Wohnungskatze oder ein Freigänger sein wird. "Drehen" Katzen schon nach wenigen Tagen durch, zeigen sie einen besonders großen Bewegungsdrang, machen sie Unfug:

- Zerkratzen von Polstermöbel, obwohl ein Kratzbaum zur Verfügung steht,
- ein Malheur (Einkoten, Urinieren) auf dem Teppichboden,
- wildes Herumrasen und "die Wände hochgehen",
- aggressives Verhalten,

dann sollte man mit einem kontrollierten Freigang begingen - vorausgesetzt natürlich die Voraussetzungen dafür sind gegeben. Wer an einer stark befahrenen Straße wohnt, wer in einem oberen Stockwerk eines Mehrfamilienhauses wohnt, wer keinerlei Auslauf bieten kann, weil er beispielsweise mitten in der Stadt wohnt, der muss weiter daran arbeiten, dass sich der Stubentiger an die Wohnung gewöhnt. Den Freiheitsdrang kompensieren kann eine große Herausforderung sein. Katzeneltern von Freigängern sollten wissen, dass es keine Garantie gibt, dass das geliebte Haustier zu gewohnten Zeit durch die Katzenklappe marschiert oder miauend von der Haustüre, am Fester oder auf der Terrasse steht und um Einlass begehrt. Eine Katze gehört einem nie ganz - sie ist weitgehend selbstständig und gerne ihr eigener Herr. Wir Menschen müssen uns mit der Rolle des Dosenöffners begnügen und dürfen uns über jede Zuneigung freuen. Das macht auch den Reiz einer Katze aus. Sie hat ihren eigenen Kopf, Erziehung findet nur in einem mehr oder weniger kleinen Rahmen statt, den wohlgemerkt die Katze definiert. Katzen sind neugierig und abenteuerlustig. Wer seine Katze GPS-basiert besendert, ist in der Regel erstaunt, wohin es seine Katze über den Tag hinweg zieht. Groß sind die Gefahren, die an jeder Ecke lauern:

  • ausgelegtes Gift,
  • Straßenverkehr,
  • giftige Pflanzen,
  • rostige Nägel oder Glasscherben, die die kleinen Pfoten verletzen können,
  • Revierkämpfe,
  • Befall durch Parasiten,
  • gefährliche Krankheiten,
  • Katzenfänger- und Katzenhasser,
  • ein Keller, der schnell zu einer Falle werden kann.

Den Freiheitsdrang kompensieren - oft eine große Herausforderung

Wer einen großen Garten hat, der kann die Voraussetzungen für ein großes Außengehege schaffen. So hat man mehr Sicherheit und kann verhindern, dass die Katze nach und nach immer ausgedehntere Ausflüge unternimmt. Man weiß, dass Kater ein Gebiet von fünf Kilometern um die Wohnung herum erkunden, Katzen sind hier oft weniger freiheitsliebend. Eine Katze, die das "Herumräubern" gewohnt ist,

  • lässt sich nur schwerlich zur Wohnungskatze umerziehen.
  • Einer Katze, die die Wohnung gewohnt ist, kann man jederzeit den Freigang anbieten.

Wer einer Wohnungskatze einmal die Freiheit gezeigt hat oder mit der Katze auf den Arm oder an der Leine den Garten gezeigt hat, der sollte das für sein Haustier große Ereignis fortan immer wieder wiederholen. Ein einziges positives Ereignis genügt hier.

Die Analyse macht deutlich, dass die Entscheidung Pro oder Contra Freigang sehr gründlich überlegt sein will. Eine Katze ist kein Hund - man kann sie nur bedingt erziehen und ihr seinen Willen "aufdrücken". Katzen sind grundsätzlich freiheitsliebend. Sind die Voraussetzungen für Freigängerkatze gegeben? Eine Frage, die man sich stellen sollte, bevor man sich eine Katze anschafft. Wer definitiv keine Möglichkeiten hat, eine Katze ins Freie zu entlassen, der sollte über die Variante Außengehege (Balkon, Terrasse, Garten) nachdenken. Wer sich für eine Katzenrasse entscheidet, der sollte mit Züchtern Kontakt aufnehmen. Die Erfahrung der Züchter, die Vorbereitung kleiner Katzen auf die Wohnungshaltung - wer die Katzenhaltung sorgfältig plant und die Kosten einer Rassekatze nicht scheut, der wird positive Erfahrungen mit der Wohnungshaltung machen:

  • Perserkatzen,
  • Siamkatzen,
  • Angorakatzen sind Rassen, die sich für die reine Wohnungshaltung eignen. Züchter findet man mit der Google-Suche über die Zuchtverbände oder Vereine der einzelnen Katzenrassen.

Wohnungshaltung oder Freigang für die Katze auf einem Blick: Pro und Contra

Pro Wohnungshaltung der Katze

  • Die Gefahren im Haushalt sind besser kontrollierbar. Freigänger sind vielen Gefahren ausgesetzt. Einige dieser Gefahren wurden oben aufgezählt.
  • Wer viel Zeit mit seiner Katze verbringt, wer mit ihr spielt, ihr vielerlei Zeitvertreib bietet, der erlebt eine besonders innige und intensive Bindung zwischen Mensch und Katze.
  • Man läuft nicht Gefahr, dass andere Menschen die eigene Katze anfüttern, was leider oft der Fall ist.
  • Die Zugehörigkeit zur Wohnung und zur Familie ist besonders intensiv.
  • Mit einem Außengehege kann ein Kompromiss eingegangen werden.

Contra Wohnungshaltung der Katze

  • Es entspricht der Natur einer Katze, frei zu sein und die Welt zu erkunden.
  • Eine Katze ist kein Hund - sie gehört einem nie ganz.
  • Katzen können mit den Gefahren, die in der Natur auf sie lauern, sehr gut umgehen.
  • Viel Bewegung ist gut für eine Katze - nur eine Freigängerkatze kann ihren Bewegungsdrang befriedigen.
  • Katzen sind neugierig und unternehmungslustig. Dieses Bedürfnis kann in der Wohnung kaum kompensiert werden.
  • Katzen sind zumindest zeitweise sehr soziale Wesen. Wird einer Wohnungskatze eine weitere Katze zur Seite gestellt, dann muss das nicht zwingend funktionieren.

Pro und Contra Wohnungshaltung - es wird deutlich, dass die Argumente Contra Wohnungshaltung überwiegen. Grundsätzlich gilt - wenn möglich sollte man einer Katze den Freigang gewähren. Freiheitsdrang ist ein wesentliches Merkmal einer Katze. Eine Katze ist dann besonders ausgeglichen, wenn sie diese Freiheit ausleben kann.